xpon_5/5 archiv

 

14.12.2017 eröffnung ab 20:00

 

vom 14.12.2017
bis 21.01.2018

teilnehmende künstler :::

arne lösekann


evelyn eschbach


inken n. woldsen


fernando de brito


ivonne dippmann


jon frickey


tobias becker

 


öffnungszeiten:

samstag bis dienstag
von 18:00 - 21:00 uhr

21.01.2018 ::: FINISSAGE mit brunch

von 11:00 bis 16:00 uhr

 

Im Dialog befinden sich sieben zeitgenössische Künstler*innen. Die Gruppenausstellung ARCHIV spürt auf unterschiedlichsten Ebenen dem Archiv nach. Zum einen als Moment der Aufzeichnung und Verwahrung, aber auch als Instrument der Macht, indem selektiv Fakten bewahrt oder geschaffen werden. Zwischen Illusion und Fiktion oder Wachstum und Vergänglichkeit zeigt sich das Archiv als eine verdichtete, konzeptuelle Geste künstlerischer Praktiken. Die Ausstellung beschäftigt sich auf malerische, installatorische und fotografische Weise damit, wie in der Kunst mit Archiven Narrative erzeugt und bezeugt werden, wie Momente des Archivierens zwischen Dokumentation und Inszenierungen schweben und welche Beziehungen von den Dingen aus gestiftet, befragt oder auch ausgehalten werden müssen.

Identitäten des Künstlers sind temporär. Um dieser Zeitlichkeit überhaupt erst nachspüren zu können, bedarf es dem Archiv, das als Gesprächspartner im aktiven Dialog mit dem eigenen Werk auftritt. Die Arbeit von Arne Lösekann setzt an dieser Handlungseröffnung an und inszeniert beeindruckend eine evokative Umgebung, die zu schöpferischen Imaginationen der Betrachtenden herausfordert.

Das umfängliche Handschuh-Archiv von Evelyn Eschbach beeindruckt nicht nur mit der Materialität seiner Verwitterung, sondern lädt durch Eschbachs Inszenierung der Objekte zu einem Erzählen der Dinge selbst ein. Profane Gegenstände, profane Orte ihres Findens richten sich zu Zeugnissen von Arbeit auf. Dabei entstehen die Ideen zu ihren Arbeiten zwischen offener Wahrnehmung und Zufall und spielen mit der narrativen Kraft der Dinge.

Fernando De Brito gibt im Rahmen der Ausstellung einen Einblick in das persönliche Archiv seiner Terminus Diaries und seiner Accumulation Selecta. Diese umfängliche Sammlung von Gedanken, Stimmungen und Erlebnissen einzelner Tage, die in kleinsten Relikten, Zeichnungen und Materialien zu Collagen verbunden werden sind impliziter Teil von De Britos Werkprozess. 

Inken N. Woldsen zeigt uns ihre in der xpon-Art Galerie geborenen Münzplatztücher, die einzigartige amorphe Figurationen aus Verwitterungsprozessen zeigen. Woldsen arbeitet immer wieder mit Naturprozessen, und konzentriert sich auf den Umgang mit natürlichen Pigmenten, wie Erde, Rost, Schimmel, Asche und Lehm, die uns nach künstlerischen Reifeprozessen vielfältige Spuren einer Vergänglichkeit offenbaren.

Die Kunst als konstante Umgebung für die Erfahrungen eines diskontinuierlichen Lebens könnte eine Formel sein, um das Werk von Ivonne Dippmann zu beschreiben. 2011 malte sie den oberen Raum zur Ausstellung ohnmacht zum ersten mal aus, 2016 übermallte sie ihr Wandbild im Zuge der Ausstellung über[s]malen. Wie sie ihre Arbeit nun überformt, ergänzt oder dekonstruiert, bleibt offen bis zur Eröffnung der Ausstellung.

Jon Frickey spielt mit der Zugänglichkeit von Archiviertem und der menschlichen Neugierde nach raren Informationen, indem er die von ihm produzierte Animationsserie GIZA QUASAR bestehend aus vier Folgen ausschließlich auf nahezu in Vergessenheit geratene Videokassette-Formaten archiviert hat. Hierdurch Verbleiben die Abspielmöglichkeiten im Utopischen und Frickeys Arbeit bewegt sich zwischen Imagination und Fiktion.

In seiner Arbeit preserved yesterdays zeigt Tobias Becker eine seiner künstlerischen  Konfrontationen zwischen alter und neuer Welt, die er gegenüberstellt und gegeneinander antreten lässt. Auf einem analogen Fotogramm bannt er das Zusammenfallen des Bildes eines Fernsehers im Ausschalten. Denkt man an das Wort Archiv, wird hier der flüchtige letzte Lichthauch in eine andauernde Sichtbarkeit überführt.

Die Ausstellung ARCHIV ist der fünfte und letzte Teil zu einem fünfteiligen Zyklus, der sich im Rahmen des 10jährigen Galeriejubiläums anhand der Begriffe Intuition, Kommunikation, Materialisierung, Utopie und Archiv mit der Werkentstehung und den Möglichkeiten der Kunst auseinandersetzt.